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Freitag, 9. November 2012

Wanderlust Ungarisch - das Fazit

Tja, meine Woche Ungarisch ist beendet, und ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass mir das leid tut. Wider Erwarten sind Ungarisch und ich diese Woche leider nicht wirklich warm miteinander geworden, und ich rätsle immer noch woran das liegt. Vielleicht ist mit Slowakisch einfach mein Bedarf an Mitteleuropäischen Sprachen mit gedeckt?

Was ich gemacht habe 

Wie's mir dabei ging

Ich konnte mich nicht motivieren und viel Spaß hatte ich ehrlich gesagt auch keinem am Ungarischen. Natürlich, Ungarisch ist eigentlich toll. Exotisch und doch geographisch nah, eine edle Aura, ist agglutinierend, im Alltag brauchbar und sowohl geschrieben als auch gesprochen einfach nur eine Wohltat für die Augen bzw. Ohren. Ungarisch ist eine Sprache, die ich können will. Aber lernen will ich's momentan eindeutig nicht.


Spaßfaktor (2/5)
Spaß hatte ich an dem bisschen Grammatik, das ich gelernt habe, schon ein bisschen. Vokalharmonie ist toll und agglutinierende Sprachen sowieso. Ansonsten hielt sich der Spaß für mich leider in Grenzen




Weitermach-Wollen-Faktor (0/5)
Momentan kann ich bei mir leider nicht vorstellen, mit Ungarisch sofort weiterzumachen. 


Brauchbarkeit-im-Alltag-Faktor (5/5)
Ich habe Ungarisches Fernsehen, kenne Muttersprachler, habe Möglichkeiten günstig an ungarische Literatur zu kommen und Ungan ist nur einen Tagesausflug entfernt.


Brauchbarkeit-im-Urlaub-Faktor (4/5)
Ich bin bekennender Budapest-Fan und eine Reise nach Ungarn ist in näherer Zukunft ein Fixpunkt.


Schneller-Erfolg-Faktor (2/5)
Ungarisch ist zwar anders, aber nicht unlernbar kompliziert.



Qualität-der-Lehrmaterialien-Faktor (4/5)
Die Auswahl ist zwar nicht so groß wie z.B. bei Japanisch, aber es gibt alles was man zum Lernen braucht.


Coolness-Faktor (3/5)
Ich finde Ungarisch ziemlich cool!

Gesamtbewertung: 3/5

(Gerundet auf 0,5)






 

Freitag, 2. November 2012

Wanderlust Woche 2 - Ungarisch (Magyar)



Diesmal habe ich mein Schicksal ganz in die Hände meiner besseren Hälfte gelegt, und er hat Ungarisch gezogen.

Ich werde mich also ab heute eine Woche lang, natürlich neben meinem Haupt-Steckenpferd Slowakisch, mit dem Ungarischen beschäftigen und testen wie's mir so taugt und wie schwer's mir fällt. Ungarisch ist ja trotz der geographischen Nähe zu Österreich (hallo Nachbarn!) exotisch, schwierig und fremd. Daher gibt's erstmal ein bisschen ...

Hintergrundinfo

Zuerst mal zum Einfachen. Ungarisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben, und zwar genauso wie's ausgesprochen wird. Wenn man die Regeln einmal gelernt hat, weiß man, wie ein Wort ausgesprochen wird, auch wenn man's zum ersten mal sieht. Zusätzlich zu »unseren« Buchstaben gibt es Sonderzeichen für die langen Selbstlaute, nämlich: Á á, É é, Í í, Ó ó, Ú ú und Ő ő, Ű ű (langes ö und ü).

Das war's dann aber mit den erfreulichen Nachrichten, alles andere ist kompliziert und fremd. Ungarisch ist eine finno-ugrische Sprache und am nächsten mit ein paar in Sibirien gesprochenen Zwergsprachen verwandt. Eine etwas weiter entfernte Verwandtschaft besteht zum Finnischen und Estnischen. Mit Deutsch oder anderen indoeuropäischen Sprachen ist ungarisch nicht einmal entfernt verwandt.

Daher ist sowohl ein Großteil des Wortschatzes völlig fremd als auch die Grammatik, die total anders »funktioniert« als in indoeuropäischen Sprachen. Es gibt z.B.:
  • Vokalharmonie
    Nach hellen Vokalen (e, i, ö, ü) dürfen nur andere helle Vokale stehen - nach dunklen Vokalen (a, o, u) dürfen nur dunkle Vokale stehen. Wobei i auch nach dunklen Vokalen stehen kann, obwohl's ein heller Vokal ist.
  • Eine riesige Anzahl an Fällen, über deren genaue Anzahl noch gestritten wird. Aktuell wird von 18 -30 (achtzehn bis dreißig!) Fällen gesprochen.
  • Eine Unterscheidung zwischen unbestimmter und bestimmter Konjugation, also die Endung eines Verbs ändert sich, je nachdem ob es ein Objekt gibt oder nicht.
    Z.B.: kérek (ich will) - kérem (ich will es)
  • Und auch sonst wird im Ungarischen vieles mit Endungen ausgedrückt, wofür man im Deutschen eigene Wörter braucht. Ein Klassiker ist in dem Zusammenhang »ich liebe dich«. Auf ungarisch szeretlek. Szeret ist der Verbstamm von  »lieben« und die Endung -lak/-lek (Vokalharmonie!) zeigt die Beziehung »ich → dich«.
Die ungarische Grammatik ist also an sich nicht unlogisch und relativ regelmäßig, aber doch sehr fremd. 

Ungarisch und ich

Ungarisch ist auch so eine Sprache, die ich schon immer können (aber nicht lernen!) wollte. Einerseits stehe ich auf Ungarn, die Küche, das Land im Allgemeinen und Budapest im Speziellen, andererseits reizt mich auch die Sprache an sich. Ungarisch hat für mich so ein k&k-Flair, ist weltmännisch und klingt nach Somlauer Nockerln. Außerdem liegt Ungarn quasi vor der Haustüre, ich habe sogar ungarisches Fernsehen und einen Muttersprachler-Kollegen, den ich mit meinem Anfänger-Ungarisch quälen könnte. Und in Bratislava, wo ich sowieso öfters bin, gibt's bei Panta Rhei eine Extra-Abteilung mit ungarischen Büchern.

Schon vor fünfzehn Jahren wollte ich Ungarisch lernen, war jedoch überzeugt davon, dass mir die Sprache zu schwer ist um sie jemals zu kapieren. Deshalb kann ich, wenn's hoch kommt, zehn Wörter auf ungarisch sagen. Unter anderem szigetelőszalag - Isolierband.

Vielleicht hilft mir ja die Schnupperwoche über meinen Respektabstand hinweg? Mich würd's freuen!

Und nun, meine Lieben, ...

geht's los. Ich habe mir den Einstieg-Ungarisch-Kurs von Hueber gekauft und zusätzlich noch ein ungarisches Grammatikbuch von Pons und den Kauderwelsch-Ungarisch-Band aus dem Regal hervorgekramt.

Der Plan ist, mich an den Einstieg-Kurs zu halten und zu versuchen, möglichst weit zu kommen.